Ein Verlust für die Bezirksliga

Nach 15 Jahren ist Schluss: Aus Altersgründen wird Thomas Wessel in der neuen Saison nicht mehr in der Bezirksliga pfeifen können.

Da hatte der Fußballgott einen guten Tag. Mindestens 350 Zuschauer fanden sich am Pfingstmontag im Heeker Dinkelstadion bei bestem Fußballwetter ein, um ein rassiges 3:4 gegen den SuS Stadtlohn zu bestaunen. Vor dem Spiel stand aber der Schiedsrichter der Begegnung im Mittelpunkt: Thomas Wessel wurde nach 15 Jahren in der Bezirksliga verabschiedet. Die Spieler und Zuschauer im Stadion des SV Heek zollten dem Rheinenser gebührenden Applaus, als Schiedsrichterobmann Jürgen Lütkehaus für seinen Einsatz dankte.

„Thomas war die letzten Jahre über eine Konstante in dieser Spielklasse. Mit seiner Erfahrung und Ruhe hat er so manch heikles Spiel sauber über die Bühne bekommen“, weiß Lütkehaus um die Verdienste des Schiedsrichters von GWA Rheine. Als Spieler wirbelte Wessel u. a. bei Preußen Lengerich damals durch die oberen Ligen des Amateurfußballs. „Als ich dann die Schuhe an den Nagel hing, reifte in mir der Gedanke, dass ich dem Fußball etwas zurückgeben möchte“, erzählt der Ingenieur. Gesagt, getan: Wessel startete vergleichsweise spät in seinen 30ern mit dem Pfeifen. Doch das machte nichts: „Meine Erfahrung als Spieler half mir viel weiter.“ Diese Erfahrung spiegelt sich auch in seinen Spielleitungen wider, für die Wessel im Kreis hohes Ansehen genießt.

Nun, nach 15 Jahren in der Bezirksliga, geht es altersbedingt in die Kreisliga A zurück. Gerne hätte der dreifache Vater weitergemacht, doch die Regel greift hier genauso, wie sie einst Manuel Gräfe in der Bundesliga ereilte. „Für die Bezirksliga ist sein Ausscheiden ein Verlust“, bringt KSO Lütkehaus es auf den Punkt. Zum Glück bleibt Thomas Wessel der Kreisliga erhalten und wird dort kommende Saison seine Spiele anpfeifen. Sein letztes Spiel in Heek bot einen Rahmen, der dem Anlass absolut gerecht wurde.