"Rasen-Teddy" feiert rundes Jubiläum

40 Jahre - manche Schiedsrichter gibt es nicht mal so lange. Heinz Steingrobe prägt eine Ära, die nun gebührend geehrt wurde.

Da schaute Heinz Steingrobe etwas erstaunt, als er am Abend des 24.06. plötzlich selbst im Fokus stand. Eigentlich wollte der Unparteiische sogleich den Freundschaftskick der Altherren von Schwarz-Weiß Weiner, seinem Heimatverein, gegen die Traditionsmannschaft von Schalke 04 anpfeifen.

Da trat Kreisschiedsrichterlehrwart Jan Lohmann auf den Platz und überraschte ihn mit einer Urkunde: 40 Jahre Schiedsrichter. Die hatte sich der 71-jährige bereits 2021 verdient, doch verzögerte Corona immer wieder die Übergabe. Es hätte schlechtere Rahmen als diesen für Steingrobe geben können: Vor zahlreichen Zuschauenden und ehemaligen Bundesligaprofis bei seinem Heimatverein.

„Du machst dieses Hobby schon länger, als es mich auf der Welt gibt“, schmunzelte Jan Lohmann bei der Übergabe. Am 22.10.1982 legte der damals 31-jährige Steingrobe seine Prüfung ab. Zeitgleich legte er in dieser Zeit einen zweiten Meilenstein: die Gründung seiner Firma. Die ist regional bekannt für den Vertrieb und die Instandsetzung von Rasenmähern und Motorsägen. Nicht zuletzt deswegen nennt man Heinz Steingrobe auch liebevoll „Rasen-Teddy“. Nun, nach 40 Jahren, hat er sein Geschäft an die beiden Söhne übergeben und ist nicht mehr ganz so oft vor Ort.

Auf dem Platz trifft man ihn jedoch regelmäßig. Fragt man ihn nach Vorbildern in der Schiedsrichterei, so fallen die Namen Markus Merk und Christian Schräer. Letzterer kommt aus dem Kreis Steinfurt und schaut hin und wieder bei Steingrobe vorbei. „Ich freue mich über jede gelungene Spielleitung“, antwortet er, wenn man ihn fragt, was ihn als Schiedsrichter motiviert. „Sicherlich lief nicht jede meiner über 1500 geleiteten Partien super, aber in den allermeisten Fällen wurde ich nach dem Spiel auf eine Bratwurst eingeladen und man tauschte sich aus. Das finde ich immer noch schön.“

Jungen Schiris rät der erfahrene Schiedsrichter indes zu Geduld, ganz nach dem Motto: Kein Meister ist vom Himmel gefallen. Das hat Steingrobe in seinen Anfangsjahren auch erst lernen müssen. Nun, so sagt er selbst mit einem Augenzwinkern, bringe ihn so schnell nichts mehr aus der Ruhe. Für diese Ruhe und Erfahrung schätzt man ihn nach wie vor im Kreis. „Heinz ist eine Konstante in unseren Kreisligen und verkörpert die Werte, die einen guten Schiri ausmachen“, lobt Jan Lohmann. Freitagabend hat er das Spiel mit den Altprofis souverän über die Bühne gebracht. Danach dürfte es bestimmt noch eine Bratwurst nebst Kaltgetränken für „Rasen-Teddy“ gegeben haben.